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Automatikgetriebe

Infiniti QX80: Getriebeöltemperatur und JR711E-Live-Daten per ELM327

Das JR711E ist ein robustes Getriebe, aber beginnender Verschleiß zeigt sich zuerst nur in den Zahlen. Hier sind die sechs Werte, die Sie zuerst prüfen sollten, und ein 15-Minuten-Check mit dem Smartphone.

Alexey Medvedev Aktualisiert 8 Min. Lesezeit

Im Infiniti QX56 und QX80 der Baureihe Z62 arbeitet das 7-Gang-Automatikgetriebe Jatco JR711E, auch bekannt als RE7R01B. Das ist die verstärkte Version dieses Siebengang-Getriebes für schwere V8, ausgelegt für bis zu 600 Nm. Das Getriebe ist robust, aber teuer in der Instandsetzung, und Probleme kündigen sich leise an: etwas heißeres Getriebeöl (ATF) als sonst, eine kleine Drehzahlspitze beim Schalten, ein Drehmomentwandler, der nicht mehr ganz überbrückt. Am Steuer spüren Sie das noch nicht, in den Daten sehen Sie es sofort.

Der Bildschirm „Getriebe“ in Canfiti zeigt Live-Daten des Getriebesteuergeräts (TCM) – im Grunde das, was die Vertragswerkstatt im Data Monitor von CONSULT sieht. Im Folgenden: welche Werte Sie zuerst prüfen sollten und wie Sie in 15 Minuten feststellen, ob das Getriebe in Ordnung ist.

Für welche Fahrzeuge

Fahrzeug Baujahre Passend
Infiniti QX56 Z62 2010–2013 ja
Infiniti QX80 Z62 2014–2024 ja
Nissan Patrol Y62 – ja, gleiches Getriebe
Nissan Armada Y62 2017–2024 ja, gleiches Getriebe
Infiniti QX56 JA60 2004–2010 nein, hat ein 5-Gang-Automatikgetriebe
Infiniti QX80, neue Generation ab 2025 nein, hat ein 9-Gang-Automatikgetriebe

Der Bildschirm ist am QX56 Z62 geprüft. Ein QX80-Besitzer nutzt ihn, um beim Ölwechsel die Öltemperatur zu beobachten. Bei anderen Fahrzeugen mit diesem Getriebe kann er ebenfalls funktionieren: verbinden und ausprobieren.

So öffnen Sie den Bildschirm „Getriebe“

Sie brauchen Canfiti 0.6.0 oder neuer. Stecken Sie den Adapter in die OBD2-Buchse unter dem Armaturenbrett auf der Fahrerseite, starten Sie den Motor und verbinden Sie sich mit dem Adapter. Tippen Sie auf dem Hauptbildschirm auf „Getriebe“. Nach ein paar Sekunden öffnet die App eine Diagnosesitzung mit dem Getriebesteuergerät, und unten erscheint seine Nummer in der Karte „Teilenummer des Steuergeräts“. Steht dort „Nicht verbunden“, hat der Adapter oder das Getriebesteuergerät nicht geantwortet.

Die Daten werden laufend aktualisiert, solange der Bildschirm offen ist. Sie sind in zehn Gruppen unterteilt, von „Gänge und Wählhebel“ bis „Anzeigen und Status“. Flags werden als 0 (aus) oder 1 (ein) angezeigt, Temperatur und Geschwindigkeit in den Einheiten aus Ihren Einstellungen.

Die sechs Werte, die Sie zuerst prüfen sollten

1. Öltemperatur

Sie bekommen zwei Werte: „ATF-Temperatur in der Ölwanne“ und „ATF-Temperatur am Drehmomentwandlerausgang“. Physisch gibt es nur einen Sensor. Die erste Zahl wird aus seinem Signal berechnet, die zweite ist eine Schätzung des Getriebesteuergeräts für den Wandler.

Für die meisten Automatikgetriebe gelten etwa 77–107 °C als normaler Betriebsbereich, laut CarParts.com. Mit Anhänger, im Sand oder im sommerlichen Stau kann die Temperatur kurzzeitig höher steigen. Überhitztes Öl verliert seine Eigenschaften, an den Ventilen des Schieberkastens setzt sich Lack ab, und es folgen harte Schaltstöße.

Plausibilitätscheck des Sensors: An einem kalten Morgen sollte der Wert nahe der Außentemperatur liegen. Genau −55 oder 200 °C sind das Ende der Skala – das deutet auf eine Unterbrechung oder einen Kurzschluss am Sensor oder in der Verkabelung hin. Gleichen Sie mit „ATF-Temperatursensor 1 (Spannung)“ ab: Der Sensor ist ein Thermistor, je heißer das Öl, desto niedriger die Spannung.

2. Übersetzung gegen Sollwert

„Übersetzungsverhältnis“ ist der Istwert, „Soll-Übersetzung (7AT34)“ das, was das Getriebesteuergerät will. In einem eingelegten Gang ohne laufenden Schaltvorgang stimmen beide überein und bleiben stabil. Schwankt die tatsächliche Übersetzung, rutscht irgendwo eine Lamellenkupplung. Die Werksübersetzungen laut den offiziellen Spezifikationen des Infiniti QX80 2022:

Gang 1 2 3 4 5 6 7 R
Übersetzung 4,887 3,170 2,027 1,412 1,000 0,864 0,775 4,041

Eine Abweichung um ein Tausendstel ist nur Rundung und völlig normal.

3. Wandlerschlupf

Das ist die Motordrehzahl minus die Drehzahl der Eingangswelle. Beim Anfahren und Beschleunigen sind einige hundert U/min normal. Dann setzt die Wandlerüberbrückung ein: Im 2. bis 5. Gang arbeitet sie mit kleinem, geregeltem Schlupf, im 6. und 7. Gang kann sie den Wandler laut ATSG-Handbuch vollständig überbrücken. Bei kaltem Öl wird nicht überbrückt. Am einfachsten prüfen Sie das bei konstanter Fahrt im 6. oder 7. Gang – dort sollte der Schlupf nahezu null sein.

Laut gearboxlist.com ist die Wandlerüberbrückungskupplung die Schwachstelle des JR711E: Sie verschleißt, und Abrieb im Öl verstopft die Kanäle im Schieberkasten. Nach der Temperatur ist das der wichtigste Wert.

4. Magnetventile: Soll und Ist

Jedes Magnetventil hat ein Wertepaar in Ampere: den Strom, den das Getriebesteuergerät vorgibt („Leitungsdruck-Magnetventil“), und den Strom, den es im Stromkreis misst („Monitor L/P-Magnetventil“). Bei einem intakten Getriebe sind beide nahezu gleich. Eine deutliche, dauerhafte Abweichung ist ein Anlass, die Verkabelung, den Stecker am Schieberkasten oder das Magnetventil selbst zu prüfen. Zwei Bezeichnungen sind interne Namen: „Magnetventil 7AT25“ ist das Magnetventil 2346/B, und „Exklusivfunktion P062F“ ist der Monitor des Magnetventils D/C.

5. Notlauf und Überhitzung

„Notlauf-Anzeige“ und „ATF-Warnleuchte“ sollten immer 0 zeigen. Eine 1 beim ersten Wert bedeutet Notlauf: eingeschränkte Gänge und harte Schaltvorgänge. Eine 1 beim zweiten bedeutet, dass das Öl überhitzt ist.

6. Wählhebelstellung

„Wählhebel“ und „Wählhebelstellung“ folgen dem Hebel, und „Bereichsschalter 1–4“ liefern für P, R, N und D jeweils ihr eigenes Muster aus 0 und 1. Sieht das Getriebesteuergerät N, während der Hebel in D steht, ist wahrscheinlich der Wählbereichsschalter schuld.

15-Minuten-Check

Geeignet für das eigene Fahrzeug alle paar Monate oder für einen Gebrauchtwagen vor dem Kauf.

Im Stand, Motor läuft:

  1. Beide Fehleranzeigen stehen auf 0.
  2. Die Öltemperatur ist plausibel, kein −55 oder 200 °C.
  3. Bremse treten – „Bremsschalter“ geht auf 1; loslassen – auf 0.
  4. Fuß auf der Bremse, Hebel langsam P → R → N → D und in die manuelle Gasse. „Wählhebel“ zeigt denselben Buchstaben, „Bereichsschalter 1–4“ flackern nicht, sobald der Hebel steht, „Monitor Startrelais“ zeigt nur in P und N eine 1, und „Anzeige Manuellmodus“ geht im manuellen Modus an.
  5. In jedem Magnetventil-Paar sind Soll und Ist nahezu gleich, und „ON/OFF-Magnetventil“ stimmt mit seinem Monitor überein.
  6. In N liegt „Eingangsdrehzahl“ nahe an „Motordrehzahl“.
  7. In P oder N leicht Gas geben: „Drosselklappenstellung“ steigt von 0, und „Leerlaufschalter 7AT74“ springt von 1 auf 0.

Während der Fahrt, Öl warm:

  1. Sanft auf 100 km/h beschleunigen: Die Gänge kommen der Reihe nach, und „Nächster Gang“ ist dem aktuellen Gang einen Moment voraus.
  2. Jeder Gang hält eine stabile Übersetzung, die dem Sollwert und dem Werkswert entspricht.
  3. Die Drehzahl wechselt bei jedem Schaltvorgang gleichmäßig, ohne kurze Spitze.
  4. Bei 80–100 km/h im 6. oder 7. Gang ist „Solldruck TCC“ hoch, und der Schlupf bleibt bei wenigen Dutzend U/min.
  5. Kickdown: Die Drosselklappe erreicht 8, „Ohne Drosselklappenstellung“ geht auf 1, und das Getriebe schaltet zügig zurück.
  6. „Geschwindigkeitssensor Getriebe“ stimmt ungefähr mit dem Tacho überein.
  7. Nach 20–30 Minuten pendelt sich die Temperatur bei etwa 77–107 °C ein.

Passt alles, ist das Getriebe sehr wahrscheinlich in Ordnung. Wechseln Sie das Öl rechtzeitig und halten Sie den Ölkühler sauber.

Warnsignale

Was Sie sehen Wo Sie suchen
Über 107 °C im normalen Fahrbetrieb oder schneller Anstieg in der Stadt der Getriebeölkühler, der tief sitzt und mit Schmutz zusetzt; danach Wandlerschlupf und Alter des Öls
Übersetzung schwankt oder entspricht nicht dem Sollwert eine rutschende Lamellenkupplung; die Solldrücke in diesem Gang zeigen die Verdächtigen
Drehzahlspitze beim Schalten verschlissene Kupplungen, altes Öl, Schieberkasten
Wandlerschlupf bleibt trotz hohem TCC-Druck hoch, Vibrationen bei konstanter Fahrt verschlissene Wandlerüberbrückungskupplung
Soll und Ist am Magnetventil weichen ab Magnetventil, Stecker oder Verkabelung am Schieberkasten
Temperatur springt oder steht auf −55 / 200 °C der Sensor oder seine Verkabelung
Getriebesteuergerät sieht die falsche Hebelstellung der Wählbereichsschalter oder seine Einstellung
Geschwindigkeit oder ein interner Drehzahlsensor fällt während der Fahrt auf null der Drehzahlsensor oder sein Stromkreis
„Notlauf-Anzeige“ = 1 das Getriebesteuergerät hat bereits einen Fehler erkannt: schonend fahren und diagnostizieren lassen

Ein einzelner seltsamer Wert ist noch kein Urteil. Prüfen Sie, ob er sich wiederholt und ob er zu dem passt, was Sie am Steuer spüren.

Motor dreht nicht? Getriebesteuergerät prüfen

Bei diesen Fahrzeugen arbeitet der Anlasser nur in P und N, und die Freigabe erteilt das Getriebesteuergerät über seinen Ausgang zum Anlasserrelais. „Monitor Startrelais“ zeigt, was das Getriebesteuergerät gerade ausgibt.

Schalten Sie die Zündung ein, ohne zu starten. Öffnen Sie „Getriebe“, stellen Sie den Hebel auf P und dann, mit dem Fuß auf der Bremse, auf N, R und D. Beobachten Sie „Monitor Startrelais“, „Wählhebel“ und „Bereichsschalter 1–4“.

  • 1 in P und N, 0 in R und D. Das Getriebe erteilt die Freigabe. Suchen Sie weiter: Batterie und Polklemmen, das Relais im Motorraum, der Anlasser, das Schlüsselsystem.
  • 0 in P und N, und die Hebelstellung wird falsch angezeigt, oder die Bereichsschalter ändern sich nicht. Das Getriebesteuergerät erkennt P oder N nicht. Verdächtig sind der Wählbereichsschalter, seine Einstellung oder sein Stecker. Das typische Symptom: Das Fahrzeug springt nur in N an oder erst, nachdem Sie am Hebel gewackelt haben.
  • 0 in P und N bei korrekt angezeigter Hebelstellung. Das Problem liegt im Stromkreis des Anlasserrelais oder im Getriebesteuergerät selbst. Zeit für einen Kfz-Elektriker – nehmen Sie diese Werte mit.
  • 1 in R oder D. Das darf nicht sein. Prüfen Sie den Wählbereichsschalter.

Antworten andere Steuergeräte, das Getriebesteuergerät aber nicht, hat es ein Problem mit der Stromversorgung oder der Kommunikation. Lesen Sie den Monitor vor dem Startversuch ab, denn beim Anlassen bricht die Spannung ein, und der Adapter kann die Verbindung verlieren. Eine 1 bedeutet nur, dass das Getriebesteuergerät die Freigabe erteilt hat – nicht, dass Strom am Anlasser angekommen ist.

Gut zu wissen

Werkstoleranzen für dieses Getriebe sind nicht öffentlich verfügbar, deshalb sind die Temperatur- und Schlupfwerte hier Richtwerte, keine Vorgaben. Dieser Bildschirm ersetzt keine fachgerechte Diagnose, aber mit Zahlen in die Werkstatt zu kommen ist besser als mit „ruckelt manchmal“. Mehr auf der Seite zum Automatikgetriebe und auf der Seite zum QX80 und QX56 Z62.

Fragen und Antworten

Gilt das für den QX56 von 2004–2010 oder den QX80 ab 2025?

Nein. Der QX56 der ersten Generation (JA60) hat ein 5-Gang-Automatikgetriebe, der QX80 ab 2025 ein 9-Gang-Automatikgetriebe. Diese Anleitung behandelt das 7-Gang-Automatikgetriebe JR711E: QX56 und QX80 Z62, Patrol und Armada Y62.

Kann ich beim Ölwechsel die Öltemperatur beobachten, um den Füllstand einzustellen?

Ja, ein QX80-Besitzer macht genau das. Der Ölstand wird bei diesem Getriebe bei einer bestimmten Öltemperatur eingestellt, und die App zeigt sie in Echtzeit. Die genaue Prüftemperatur entnehmen Sie dem Werkstatthandbuch.

Warum zwei Temperaturen, wenn es nur einen Sensor gibt?

Die erste ist die aus dem Sensorsignal berechnete Temperatur in der Ölwanne. Die zweite ist die Schätzung des Getriebesteuergeräts für den Wandlerausgang auf Basis desselben Signals. Dort gibt es keinen eigenen Sensor.

Funktioniert das am iPhone?

Ja. Verwenden Sie einen BLE- oder WLAN-Adapter: iOS unterstützt Bluetooth Classic nicht. Details auf der Seite über Adapter.